In seiner Haushaltsrede (Ratssitzung am 29.3.2011) sagte der Bürgermeister u.a.:
"In Erinnerung an den uns übertragenen Gestaltungswillen beabsichtigte ich in der letzten Sitzung des Ausschusses "Planen und Bauen" mit meiner Formulierung "Quo Vadis, Odenthal" anlässlich der sich evtl. ergebenden Situation, dass sich ein Gewerbetrieb in Odenthal ansiedeln möchte, nicht nur bei den politischen Mandatsträgern, sondern auch bei der Bürgerschaft zu einer anderen Art von Nachdenken über die Zukunft Odenthals anzuregen."
Die Vorlage im Ausschuss Planen und Bauen am 17.3.2011 war jedoch keine Anfrage und auch keine Anregung. Laut Beschlussvorschlag sollte die Änderung des FNP mit dem konkreten Ziel der Ansiedlung von Pharma Westen beschlossen werden! Dabei kritisierte der BM den Stil der U•WG: Sie habe den Plan vorzeitig in die Öffentlichkeit gebracht und eine Beratung unmöglich gemacht. Als gewählte Vertreter hätten wir zu entscheiden.
Der BM wollte also hinter dem Rücken des Bürgers entscheiden lassen, der Bürger sollte noch nicht einmal an der Information teilhaben, er sollte vor vollendete Tatsachen gestellt werden.
Das zeigt, wie wenig der BM aus der aktuellen politischen Situation gelernt hat. Die Entscheidungen über die Laufzeitverlängerungen der KKWs und den Bau des Stuttgarter Bahnhofs sind gegen einen großen Teil der Bürger gefallen. Sie haben die Politikverdrossenheit gestärkt und den "Wutbürger" provoziert.
Auch der mündige Odenthaler Bürger hat das Bedürfnis nach einem Politikstil mit Bürgerbeteiligung. Zum "übertragenen Gestaltungswillen gehört es nach unserem Verständnis deshalb, dass die gewählten Gemeinderatsmitglieder Interessen und Wünsche der Bürger zu einem Thema von grundsätzlicher Bedeutung einholen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Deshalb wurde auch von unserer Fraktionsvorsitzenden der Antrag auf Erstellung eines "Masterplanes" mit anschließender Bürgerbefragung gestellt.
Siehe auch Bericht des KStA vom 19.3.2011:
[Auf der Suche nach dem Masterplan]Nur der Wachsamkeit der U•WG ist es zu verdanken, dass die Bevölkerung durch die Presse informiert wurde.
Siehe auch Bericht des KStA vom 16.3.2011:
[Protest gegen neues Gewerbegebiet]Ohne die Pressemeldung wäre die Aufmerksamkeit im Ausschuss nicht auf die Änderung des FNP gelenkt worden, dann wüsste wahrscheinlich bis heute fast kein Odenthaler, dass am Tor zum Bergischen Land ein Gewerbegebiet entstehen soll. Die U•WG steht für rechtzeitige Mitwirkung der Bürger an wichtigen Entscheidungen, nicht für die Information, dass der Bagger schon steht!

