Wahlprogramm der U•WG Odenthal
Bauleitplanung und Baurecht
- Die U•WG Odenthal wird der Ausweisung neuer größerer Baugebiete
in unserer Gemeinde nicht zustimmen.
- Kleineren Bauflächenarrondierungen oder dem Überplanen von Baulücken
werden wir uns aber nicht verschließen, soweit das derzeitige Verhältnis
von Siedlungsfläche zu Freiraum nicht wesentlich verändert wird.
- Die U•WG Odenthal setzt sich dafür ein, dass die Festlegungen des
derzeit gültigen Flächennutzungsplans keine Änderungen erfahren.
- Um einem gegebenenfalls steigenden Bedarf an Bauflächen zu begegnen,
können wir uns vorstellen, auf vorhandenen großen Grundstücken mit einer
Fläche von 1.000 qm und mehr zusätzliche Bauten zu ermöglichen, soweit
dies topographisch und erschließungstechnisch möglich ist. Damit wäre es
in älteren Siedlungsbereichen möglich, für junge Familien zusätzliche
bezahlbare Bauflächen zu schaffen und den demographischen Wandel dort zu
unterstützen.
- "Gleiches Recht für alle!" Die U•WG Odenthal setzt sich dafür ein,
dass Bauvorschriften und -auflagen eingehalten und Verstöße dagegen nicht
nachträglich legalisiert werden.
Schule und Soziales
- Die U•WG Odenthal plädiert dafür, statt einer unifunktionalen Mensa
im Schulzentrum ein multifunktionales "Begegnungszentrum" zu errichten, das
neben einer Mensa ein Café für Schüler, Bürger und Besucher, ein Internetcafé
- auch für Senioren - sowie Aufenthalts- und Veranstaltungsräume beherbergen
soll. Anregung dazu haben vor einigen Jahren Schüler des Gymnasiums im Rahmen
eines Architekturprojektes gegeben. In diesem Begegnungszentrum könnte auch
ein Odenthaler Jugendzentrum seine Heimat finden.
- Wir stellen uns vor, dass Jugendzentrum, Café und Mensa im Rahmen eines
langfristigen Projektes des Jugendamtes von den Jugendlichen selbst
bewirtschaftet werden. So könnten sich junge Odenthaler Bürger auf ihre Weise
in die Gemeinde einbringen.
- Wir möchten das Zusammenleben der Generationen in Odenthal fördern und
unterstützen Initiativen zum Bau von Mehrgenerationenhäusern oder
entsprechender Wohnanlagen.
Naherholung und Tourismus
- Die U•WG Odenthal wendet sich gegen die geplante Umgestaltung
Altenbergs im Sinne des Regionale-Projektes "Perspektive Altenberg".
Dies bedeutet nicht, dass angemessene Pflege- und Sanierungsmaßnahmen
das ursprüngliche Gestaltungskonzept nicht wieder besser zur Geltung bringen
sollten. Die Zerstörung intakter Infrastruktur, wie der Südbrücke, lehnen
wir ab.
- Die U•WG Odenthal unterstützt die Pflege und den behutsamen Ausbau
von Wanderwegen. Daher befürworten wir auch die Aufwendungen im Rahmen des
Regionale-Projektes "Dhünnkorridor", durch das eine durchgängige
Wegeverbindung zwischen Dhünntalsperre und der Mündung der Dhünn in die
Wupper in Leverkusen geschaffen werden soll.
- Ebenso unterstützt die U•WG Odenthal die Projekte auf Kreisebene,
die zu einer Trennung von Wander- und Reitwegen beitragen.
- Wir werden uns dafür engagieren, dass Odenthal ein Ort der nicht-motorisierten
Freizeitbeschäftigung bleibt.
- Die U•WG Odenthal wird nur ein Tourismuskonzept akzeptieren, das aus
dem Vorrang für den Erhalt bzw. die Verbesserung des Lebensumfeldes der
Odenthaler Bürger seine Attraktivität entwickelt. Ruhe, Entspannung und
Beschaulichkeit sollen Besucher einladen, nicht lärmender Freizeitspaß.
- Für eine Erhöhung der Besucherzahlen darf die Lebensqualität der Odenthaler
Bürger nicht zur Disposition gestellt werden. Wir denken dabei insbesondere
an das damit verbundene steigende Verkehrsaufkommen.
Straßen und Verkehr
- Die U•WG Odenthal plädiert für die Aufstellung und Pflege eines
Schadenkatasters für Straßen und Wege. Durch eine solche systematische
Schadenerhebung und -dokumentation sollen notwendige Sanierungsmaßnahmen
zukünftig frühzeitig erkannt und vor dem Auftreten von Großschäden
umgesetzt werden.
- Wir treten dafür ein, die Verbindungswege zwischen Odenthal und den
Nachbarkommunen, z. B. Wingensiefener Straße / Edelrather Weg bzw.
Schlinghofener Straße / Teitscheider Weg, soweit zu sanieren, dass sie
die Hauptstraßen in größerem Umfang entlasten können. Dabei ist natürlich
ein Konsens zwischen den Kommunen Voraussetzung und eine interkommunale
Kostenträgerschaft anzustreben.
Haushalt und Finanzen
- Ziel der U•WG Odenthal ist es vorrangig, das strukturelle Defizit
des Gemeindehaushaltes von zur Zeit fast 1,7 Millionen Euro pro Jahr
auszugleichen und mittelfristig die Schulden der Gemeinde
(15,6 Mio. € / 990 € pro Einwohner in 2008) abzubauen. Dabei werden für
einen längeren Zeitraum sowohl Leistungskürzungen als auch Abgabenerhöhungen
letztlich nicht zu vermeiden sein.
- Das Kostendeckungsprinzip sollte bei der Inanspruchnahme von Leistungen
der Gemeinde durch den Bürger grundsätzlich Vorrang haben. Ist dies aus
sozialen Gründen nicht vertretbar oder nicht wünschenswert, ist jedoch
zumindest eine angemessene Kostenbeteiligung der Bürger anzustreben.
U•WG für mehr Bürgernähe
- Die U•WG Odenthal setzt sich für eine stärkere Mitwirkung der Bürger
an wichtigen Entscheidungen, z. B. bei der Regionale 2010 oder größeren,
den Charakter Odenthals verändernden Baumaßnahmen (z. B. im Umkreis von
Schloss Strauweiler) ein.
- Die Kommunalpolitik sollte sich nicht immer weiter von den Interessen und
Wünschen der Bürger entfernen. Wir wollen deshalb eine intensivere
Kommunikation mit den Odenthaler Bürgern über Informationsveranstaltungen,
Themenabende oder auch in einem Begegnungszentrum (siehe auch "Schule
und Soziales") pflegen.